In der Trauer treten wir in eine Welt, die uns fremd erscheint, uns verwirrt, fordert und oftmals auch Angst macht. Unser Leben gerät aus dem Gleichgewicht, wir müssen uns neu finden und die Sprache scheint oft zu fehlen – und doch ist es gerade die Sprache, die uns helfen kann, dem Unbegreiflichen Gestalt zu geben. Oft stammen die Worte, die Trauer beschreiben, noch aus einer Sprache der alten Muster: voll Mitleid, voll gut gemeinter Ratschläge, gestützt auf Modelle, die einen festen Ablauf suggerieren – als ließe sich das Chaos im Inneren in Phasen sortieren.
Trauern ist keine Wunde,
die die Zeit heilen wird.
Trauern ist ein aktiver Prozeß,
der Heilung bringt.

Trauer folgt keinem Plan. Sie ist so vielschichtig wie die Menschen, die sie empfinden. Und sie ist zutiefst individuell – wie ein Fingerabdruck unserer Liebe. Denn wer trauert, hat geliebt. Ohne Liebe wäre Trauer nicht möglich. Und so ist jeder Abschied auch Ausdruck einer tiefen Verbundenheit.


Trauer zeigt sich in unzähligen Gefühlen: Schmerz, Wut, Leere, Angst, Schuld, Sehnsucht – oft gleichzeitig, oft nacheinander, nie in klaren Bahnen. Diese Komplexität anzuerkennen, bedeutet dem Menschen in seiner Ganzheit gerecht zu werden. Es bedeutet auch, zu sehen, wie eng Körper und Seele verbunden sind: Denn Trauer arbeitet in uns – bis tief in die Struktur unseres Gehirns hinein. Sie verändert unser Denken, unser Fühlen, unseren Rhythmus. Wer das weiß, kann mitfühlender mit sich selbst sein, verständnisvoller für die eigenen Reaktionen und Bedürfnisse.
Trauer ist nicht nur seelische, sondern auch körperliche Arbeit. Sie kostet Kraft, verändert den Atem, stört den Schlaf, lässt uns frieren, erschöpft uns. Der Körper spricht – und will gehört werden. Wenn wir lernen, seine Sprache zu verstehen, geben wir ihm, was er in dieser Zeit braucht: Ruhe, Wärme, Bewegung, Fürsorge.
Nicht das „richtige“ Trauern ist der Weg, sondern das eigene. Ein Weg, der begleitet werden kann – nicht durch starre Regeln, sondern durch Mitgefühl, durch Wissen, durch Worte, die Raum geben für alles, was da ist. Wer diese Vielfalt der Trauer zulässt, gibt sich selbst die Möglichkeit, nicht unterzugehen, sondern zu wachsen. Nicht zu vergessen, sondern verwandelt weiterzugehen – mit der Liebe, die bleibt.

Ring the bells
that still can ring
Forget your perfect offering
There is a crack, a crack in everything
That's how the light gets in
Leonhard Cohen // Anthem

Alura ist ein Kunstname und setzt sich zusammen aus dem altfranzösischen Wort Alure, welches einen Gang beschreibt – oder einfach einen Schritt – und dem mittelhochdeutschen luren für „lauern“, das im Rheinischen aber auch einfach nur „schauen“ bedeutet.
Alura klingt umhüllend und versorgend. Und genau das soll es sein: Es geht hier um eine ganz besondere Zeit. Eine Zeit der intensiven Liebe, eine Auseinandersetzung mit dem Tod eines geliebten Menschen, mit der Trauer um seinen Verlust – und der Gewahrwerdung, dass aller Schmerz nur sein kann, weil die Liebe da ist.
Es ist ein Weg, den wir beschreiten, um durch die Trauer zu gehen. Unser Weg, den wir finden, indem wir aufmerksam schauen, was ist. Was war – und auch, was kommen darf. Schritt um Schritt, in unserem Tempo, in unsere Richtung. Und dabei bestmöglich umsorgt und beschützt.
Mit Alura möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass Du in Deiner Trauerphase sicher begleitet Deinen Weg finden kannst.